Wine-Times - das unabhängige Online-Weinmagazin
Helmut KNALL17.07.2007

Was wären wir ohne JJJ?

Ein Portrait von Josef Jamek zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 1999.

"Ich hoffe, dass ich meinen kleinen, bescheidenen Beitrag dazu leisten durfte, dass die Wachau und der Wachauer Wein heute jene Anerkennung geniessen, die sie verdient haben."

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Josef Jameks Lieblingslage, die Ried Klaus.

Diese drei ineinander verschlungenen "J" kennt man nahezu weltweit. Sie stehen für Josef Jamek Joching. Und es ist gar nicht leicht alles aufzuzählen, was man noch alles damit verbinden muss.

Ohne ihn gäbe es heute ein Donau-Kraftwerk statt der Wachau. Ohne ihn gäbe es keine weltberühmten Wachauer Rieslinge. Keine Steinfeder, kein Federspiel und keinen Smaragd. Und ohne ihn wäre ich vor einigen Jahren auf mancher Geschäftsreise in Deutschland an der Weinkarte verzweifelt. Trotzdem ist er immer bescheiden geblieben.

Dabei stand er nach dem Krieg vor dem Nichts. Er übernahm das von den Russen völlig leergeräumte Elternhaus, das ehemalige Hotel Wachau, renovierte es mit einfachsten Mitteln und dank der Kochkunst seiner ebenso unermüdlichen Frau "Traudl" wurde die "Gaststätte Jamek" weithin bekannt und beliebt.

Unermüdlich kämpfte er wenig später mit seinem Mitstreiter Franz Hirtzberger sen., dem damaligen Bürgermeister von Spitz, gegen das bereits geplante Kraftwerk, das die einzgartige Schönheit der Landschaft und das für den Wein so wichtige Mikroklima zerstört hätte.

Und wer einmal mit Josef Jamek in seiner Riesling-Paradelage Ried Klaus war, die er übrigens 1959 erwarb, der versteht, warum der "Pepi-Onkel", wie er zärtlich gerufen wird, zum ersten Grünen in Österreich wurde. Auch Californiens Starwinzer Robert Mondavi (damals 86 Jahre alt) bewunderte diese Lage und wer die beiden Wein-Legenden gemeinsam über die Donau blicken sah, wusste, da verstehen sich zwei Menschen ohne viel zu reden.

 

Josef Jamek der Wein-Pionier.

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Josef Jamek liebevoll portraitiert von Wein-Fotograf Petr Blaha.

Belächelt wurde Josef Jamek, als er sich schon in den 50er Jahren für einen leichteren, fruchtbetonten Wein mit biologischem Säureabbau einsetzte. Dem Vorgänger der heute beliebten Steinfeder. Und er revolutionierte den Riesling in der Wachau, eine damals eher ungeliebte, weil heikle Rebsorte. Naturnaher Weinbau, war seine Devise, das allerorts praktizierte Aufzuckern der Moste war ihm stets ein Greuel. Durch den Säureabbau nahm er den Weinen nicht nur die aggressive Apfelsäure, sondern schuf damit auch die Basis für ein niedrigeres Schwefelniveau.

Was Josef Jamek alles geleistet hat, würde wahrscheinlich ein Buch füllen. Im Jahr 1996 übergaben die Jameks den Betrieb an Tochter Jutta und Schwiegersohn Hans Altmann, die den Betrieb in gewohnter Qualität weiter führen.

Die Brennerei wurde ausgegliedert und an Enkel Markus Wieser übergeben.

Dass der Pensionist Jamek trotzdem noch oft höflich zur Stelle ist und die Gäste begrüsst, wundert natürlich niemand. Im Gegenteil. Es würde uns etwas fehlen, wäre er nicht da. Also: bitte bleib' noch lange. Und alles Gute zum Geburtstag!

Weingut und Restaurant Jamek.
A-3610 Joching 45, Wachau/Österreich.
Tel.: +43 2715 2235, Fax: DW -22,
E-Mail: info@weingut-jamek.at

Montag bis Donnerstag von 11:30 bis 16:00
Freitag von 11:30 bis 23:00, Küche bis 21:00
Samstag Restaurat geschlossen, Weinverkauf von 10:00 bis 17:00
Sonntag Restaurant geschlossen.

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