Wine-Times - das unabhängige Online-Weinmagazin
Helmut KNALL13.07.2009

Merum-Chefredakteur gewinnt gegen Olivenölgigant.

Das Gerichtsurteil ist rechtskräftig. Traurig nur, dass ein seriöser Journalist überhaupt angeklagt wird.

Wine-Times
Andreas März, Chefredakteur Merum. (Copyright: Jean-Perre Ritler, Merum)

Sonntag, 12. Juli 2009. (Direktes Email von Andreas März).

Mitteilung betreffend Straf- und Zivilklage des Carapelli-Konzerns gegen Andreas März

Liebe Merum-Leser, liebe Freunde, liebe Kollegen von der Presse,

zumindest diese Schlacht gegen den Etikettenschwindel beim Olivenöl ist gewonnen:

Das Gerichtsurteil vom 12. Mai 2009, das Andreas März von der Verleumdungsklage der Firma Carapelli freispricht, ist unwiderruflich rechtskräftig. Carapelli klagte auf Schadensersatz und der Staatsanwalt wollte den Merum-Chefredakteur sechs Monate ins Gefängnis stecken.
Die Staatsanwaltschaft, der Generalstaatsanwalt und auch die Carapelli haben jedoch auf eine Berufung gegen das Gerichtsurteil zu ihren Ungunsten verzichtet.

Das bedeutet, dass die folgenden und andere im Artikel "Die Olivenölindustrie schlägt zurück" (Merum 6/2004) gemachten Äußerungen laut italienischem Recht keine Verleumdungen sind, sondern von Merum publiziert werden dürfen:

"Die vom italienischen Staat anerkannten Panels des Laboratoriums der Handelskammer Florenz stellten bei den Carapelli-"Extra Vergine" Falschbezeichnung fest. Unabhängig von der Verkostung durch die Experten der Handelskammer wurde die minderwertige Qualität der untersuchten Carapelli-Öle zudem von einem weiteren offiziellen Panel (ARPAT/Florenz) bestätigt."

"Statt seine Olivenöle korrekt zu bezeichnen, knöpft sich der in Florenz domizilierte Carapelli-Konzern einzelne Tester vor."

"Soll die kritische Presse gegen die herrschende Anarchie im Olivenölmarkt mundtot gemacht werden, dann geschieht das am wirkungsvollsten dadurch, dass man die Experten einschüchtert."

"Solange stinkende, ranzige Öle und nach frischen Oliven duftende Spitzenprodukte denselben Namen tragen, haben die Qualitätsproduzenten Italiens und des ganzen Mittelmeerraums keine Chancen, auf ihre Kosten zu kommen."

"Die Manager der Ölindustrie wissen, was eine Differenzierung des Ölangebotes für sie bedeuten würde. Wenn man dem Verbraucher die freie Wahl zwischen Masse und Klasse ermöglicht, könnte dies eine Bedrohung für die Umsätze darstellen."

Lesen Sie den Bericht über den Carapelli/März-Prozess in Merum 3/2009. Die ernüchternden, die Wut von Carapelli auf sich ziehenden Untersuchungsergebnisse von 31 bei deutschen Discountern gekauften Ölen sind in Merum 3/2004 und im Olivenöl-Dossier 2007 publiziert, die obigen Zitate stammen aus Merum 6/2004.

Merum-Redaktion
www.merum.info

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