Wine-Times - das unabhängige Online-Weinmagazin
Helmut KNALL03.01.2009

Qualität und Preis.

Immer wieder bekomme ich Anfragen, warum denn manche unserer Weine „so teuer“ geworden sind. Nun natürlich muss man zuerst einmal fragen, was ist denn teuer?

Wine-Times

Denn wenn man sich ansieht, dass eine Flasche Bordeaux aus einem namhaften Chateau kaum mehr unter 300,- Euro zu bekommen ist, dass manche schon die 1.000,- Euro Schallmauer überschritten haben, na dann kann man wohl bei 20-30,- Euro, die ein wirklich ausgezeichneter einheimischer Tropfen ab Hof kostet, im Vergleich wohl kaum von teuer reden.

Österreichische Top-Weine sind inzwischen in allen Sparten weltweit mit Spitzen-Gewächsen vergleichbar. Im Vergleich kosten sie eigentlich wenig, denn immer noch findet man jede Menge Weine zwischen 5,- und 15,- Euro. Und nur ganz wenige, absolute Spitzenweine kosten über 20,-. Die gibt es auch meist nur in geringer Menge.

Eines muss man schon auch ganz deutlich sagen: Unsere Weine sind grossteils in mühsamer Handarbeit entstanden. Österreichs Winzer haben meistens nur wenige Hektar, die auch noch auf viele verschiedene kleine Parzellen verteilt sind. Oft sind es steile Hanglagen, die kaum maschinell bearbeitet werden können. Österreichs Winzer betreiben sehr aufwändige Weingarten-Arbeit, vom radikalen Reb-Schnitt, über Bodenbegrünung, Laubarbeit über Ausdünnung bis hin zur Lese, die oft in mehreren Durchgängen durchgeführt wird, das meiste ist Handarbeit. Viel Arbeit.

In der „neuen Welt“, in Spanien, in vielen Teilen Italiens und Frankreichs haben die Weingüter oft mehrere hundert Hektar, meist in riesigen zusammenhängenden Flächen. Ich kenne Weingärten, die haben 300 Hektar am Stück. Dort kann man mit riesigen Maschinen, die Ausleger über die Rebzeilen haben, gleich sechs oder zehn Reihen in einem Arbeitsgang spritzen, wipfeln oder auch maschinell ernten. Das ist natürlich viel billiger. Die Qualität bleibt allerdings dann auch manchmal auf der Strecke. Solche Weine gibt es dann unter 5,- Euro im Supermarkt. Ab und zu schmecken die sogar halbwegs gut. Aber meistens ist es ein Glücksspiel.

Wenn wir also wollen, dass unsere Winzer auch von ihrer mühsamen Arbeit leben können – und viele kleine Winzer leben immer noch an der Armutsgrenze – dann müssen wir auch adäquate Preise bezahlen. Dafür dürfen wir dann auch erwarten wirklich feine Qualitäten im Glas zu haben.

Denn all diese „modern style“ Weine, seien es jetzt diese vordergründigen Frucht-Zuckerl-Weissen oder die samtsanften Schoko-Gaumenschmeichler, das ist nicht das, was man sich von österreichischem Wein weltweit erwartet. Punkten können wir international nur mit unseren Delikatessen. Mit Frucht, Mineralität und Eleganz. Und das kostet eben ein bisserl mehr. Wenn auch im internationalen Vergleich immer noch sehr wenig.

Meint Ihr und Euer

Helmut O. Knall
Reaktionen gerne an: redaktion@wine-times.com

News

 
Eines der bekanntesten Wein-Fotos aller Zeiten kam unter den Hammer.

Henri Cartier-Bresson Rue Mouffetard, 1954

Erste Online- Weinversteigerung fürs Integrationshaus efolgreich.

Tolles Ergebnis.

99 Tipps.

Weil Hundert ja ein Jeder kann.

Neuer Präsident der Union des Grands Crus de Bordeaux: Olivier Bernard.

Eine gute Wahl, wie wir finden.

Ich stimme der Verwendung von Cookies zum Zwecke der Speicherung von benutzerdefinierten Einstellungen und der Webanalyse zu.
Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung. Meine Einwilligung kann ich hier widerrufen. Weitere Informationen finde ich in der Datenschutzerklärung.