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Die Wagramer.

Beste Qualität aus dem Löss für den Veltliner.

Im Jänner 2002 haben sich 16 Top-Betriebe der Region zusammengeschlossen um unter dem Titel Weingüter Wagram gemeinsame Stärken herauszuarbeiten. Bei einem Treffen Ende September wurde nun erstmals über Strategie und Stärken in der Öffentlichkeit diskutiert. Dazu präsentiert

Die Wagramer.


Franz Leth , der Obmann eröffnet: "Unser Ziel ist neben Imageaufbau und gemeinsamem Auftritt den Austausch unter den Winzern über Technik, Sorten und die Typizität der Region zu fördern. Speziell bei der Hauptsorte Grüner Veltliner, die mind. 40 % Anteil in der Region hat."

Das Projekt "Veltliner-Perspektiven" begann mit System. In den Betrieben wurde eine Fragebogen-Aktion durchgeführt, um Stand der Dinge zu erheben.

Josef Bauer: " Diese Gemeinschaft sollte für alle was bringen. Nicht nur reine PR, sondern das grösstmögliche Potential beim Veltliner herausarbeiten." Im Weingarten wird daher der Pflanzabstand bzw. Höhe dokumentiert und diskutiert. Die verschiedenen Klone, selektioniertes Material aus alten Weingärten werden auf ihre Qualität geprüft. Ebenso die Unterlagsreben. Auf zwei Lössboden-Weingärten wurden spezielle Klone auf bekannten Unterlagsreben gesetzt, um herauszufinden, was am besten ist, die kleinbeerigen, lockeren Trauben findet man nun allgemein geschmacklich besser.

Allerdings: Erst in ca. 10 Jahren wird das Ergebnis wirklich Aussagekraft haben. Um so mehr ist die Hysterie um Modesorten wie Chardonnay in Österreich unsinnig, man sollte sich auf die Sorten rückbesinnen, die hier immer schon gut gedeihen.

Beispielsweise der Rote Veltliner, hier ist es noch schwieriger, weil sich kaum jemand um diese Sorte gekümmert hat. "Wichtig sind uns natürlich auch die Begrünungsvarianten, das Offenhalten der Böden etc. Schwierig durch zu verschiedenartige Anlagen, Laubarbeit etc. ohne die persönliche Philosophie zu beschränken." So Bauer.

Leopold Blauensteiner: "In der Kellertechnik liegt die Betonung auf Frucht, Klarheit und Transparenz. Wir diskutieren über natürliche oder Zuchthefen, Weinsteinstabilisierung etc. Zeitpunkt des Abstiches, wie lange auf de Hefe, bis hin zur Klärung und Schwefelgabe."

Aus Weinbautechnik und Kellertechnik ergibt sich dann bei den Verkostungen im Zusammenspiel mit den typischen Lössböden der "typische Grüne Veltliner vom Wagram".

Wegen der bekannten Bandbreite der Sorte wurde ein 3-stufiges System entwickelt:
1. Stufe: der "Leichte" , der süffige, fruchtbetonte Veltliner, grosse Menge, Ziel Gastronomie ohne Lagenbezeichnung.

(Namen oder bestimmte Zucker- bzw. alkoholische Gradationen sind bis jetzt noch nicht festgelegt.)

2. Stufe Einzellagen-Weine, die "Terroirspezifisch" ausgebaut werden, wo die Individualität zur Geltung kommen soll. Alkohol-Unterbereich: 12. 5 % nach oben nicht beschränkt.

3. Stufe: neuer Akzent: Kategorie Top-Wein, dem es erlaubt ist, Wein zu werden. Eine Maximierung, des besten. was man im Weingarten finden kann. Wein, der erst im September des darauffolgenden Jahres verkauft wird, damit die Weine nicht zu früh getrunken werden. Potential für Lagerung zeigen.

Diese Weine werden logischerweise in geringer Menge produziert und in manchen Jahren witterungsbedingt gar nicht produziert.

Toni Söllner: "Zweite Leitsorte ist sicher der Rote Veltliner, war früher sogar Leitsorte der Gegend. Eine Sorte, die mit dem Boden des Wagram bestens harmoniert. Da gibt es noch Anlagen aus der Zeit vor 1960, die kleine Beeren haben und kaum Botrytis-anfällig sind und auf unbewässerten Terassen in trockenen Jahren besser werden als der Grüne Veltliner."

Derzeit haben 4 Betriebe der Vereinigung noch keinen Roten Veltliner, daher wird erst in einigen Jahren ein zweiter Schwerpunkt gesetzt, aber es soll schon jetzt nicht darauf vergessen werden.

Langfristiges Denken, qualitäts- und lagerorientiert, solche Zusammenschlüsse sollten sich noch in einigen Gegenden Österreichs finden.

Die Verkostungsnotizen:

Wöber: Frühlingswind 2001 11% leicht, frisch fruchtig, guter Druck, 80

Wimmer Czerny, GV Alte Reben, 13%, frisch, voll, dicte Aromen, gute Länge, 86

GV Reserve 2001, cremig, breit, bissl alkoholisch, aber gut balanciert, muss sich erst einbinden 88+

Söllner, GV Fumberg, 13% typischere Löss GV, viel Frucht und doch gewisse Breite und Cremigkeit, gutes Spiel und Länge 88

Sonnseitn Roter Veltliner 2000, zarter Duft, imMoment nicht sehr offen, grsses Potentia, fruchtig nussig. 90

Roter Veltliner Auslese 1994, leichtes Petrol, immer noch schön fruchtig und lang, zeigt das Reife-Potential der Gegend 86

Schuster: Roter Veltltiner Kabinett 2001, frisch, knackiges Säure-Frucht-Balance, schön zu trinken 85

GV Eisenhut 2001, 12% , nussig, cremige Nase, Gaumen schönes Spiel, lang, macht viel Spass. 87

Josef Bauer, Katharina GV 2001, 13%. würzig, frische Nase, auch am Gaumen fruchtig und spielerisch, lang, 90

Spiegel alte Reben 2001, 13,5%, Schönes Pfefferl, cremig, nussig am Gaumen spielt lang dahin 89

Fam.Bauer, Grossriedenthal, Juche 2001, 11,5% leichter süffiger Trinkwein, gute Länge, 82

GV 2001 Hinterholz, cremig, nussig, bissl Restzucker mit leichtem Bitterl, leider bissl unharmonisch 78

Leopold Blauensteiner, GV Essenthal 2001, 13%, viel Frucht, dicht und voll, lang und spielerisch. 85

detto 2000, 13% deutliche Botrytisnote, am Gaumen jahrgangstypisch ein bissl breit und zartbitter im Abgang 82

Josef Ehmoser, GV Hohenberg, 13%, frische Frucht und Pfeffer in der Nase, Gaumen dominiert von Frucht-Säurespiel mit cremigem Touch und langem Nachhall. 88

Aurum 2001, 14%, Zeigt wunderbar, was man hier herausholen kann, Frucht und Würze, gut eingebunde Tannine, wuchtig, mächtig mit viel Druck, burgundisch, grossartig. 92

Familie Fritz, GV Reserve 2001, 13%, Dicht und voll, spritzig, fruchtig mit leichtem Bitterl am Gaumen. 84

Roter Veltliner Reserve 2000, 13%, nussig fruchtig, am Gaumen dicht und voll, geht mit guter Frucht-Süsse ab. 86

Godwana 2001. 13,5% spritzig und dicht, gutes Säuesiel mit langem zartherbem Abgang 88

Grill, GV Selektion 2001, 13%, fruchtig und cremig, gutes Spiel, leichtes Gerbstoff-Bitterl. 82

Roter Veltliner Fumberg 2001, 12%, fruchtig nussig, schöne Nase, Gaumen spielerisch, elegant und lang. 88

Runa GV 2000, 15%, botrytislastig, alkoholisch, auch am Gaumen breit und langweilig, vielleicht keine optimale Flasche. 81

Güntschl, Viridanus, GV No. 5 Klassik 2001, 12%, leicht dropsige Nase, am Gaumen fruchtig, dicht und spielerisch, 84

Gaudeamus, GV No,2 Exclusive 2001, cremig, nussig mit gutem Spiel, die 13% Alc. sind aber noch deutlich spürbar. 82

Franz Leth, GV Scheiben 2001, 13%, burgundische Nase, Gaumen mächtig, mit viel Frucht und knackiger Säure, leicht herb im langen Abgang. 89

detto 2000, 13,5%, würzig, pfeffrig mit Botrytisnote, cremig, weich und rund am Gaumen, leichtes Bitterl am Ende. 86

Franz Anton Mayer, GV Hochrain 2001, 12,5%, Fruchtkorb in derNase, auch am Gaumen fruchtig und spielerisch, macht viel Spass, guter Essensbegleiter. 87

Zenit 2001, 13,5%. Vielgelbe Frucht, tief und komplex, elegant, fast burgundisch, Potential. 89

Mehofer, GV Riesmein 2001, 12%, leicht dropsig, apfelig in der Nase, Gaumen einfach, unkompliziert, sauber. 82

detto Roter Veltliner, ähnlich, sauber, ordentlich, macht etwas mehr Spass, 84

GV Wadenthal, 2001, 13,5%, bissl botrytislastig, gutes Frucht-Säurespiel am Gaumen, lang. 86

Reinberger, GV 2001 Ried Brenner, 12,5%, feine Aromen, elegant, komplex und herrliches Spiel am Gaumen, macht viel Spass, schöner Essensbegleiter mit gutem Potential. 87

Roter Veltliner Brenner Reserve 2001, 13%, feingliedriger, eleganter Wein, mit viel ruck, zeigt viel sortentypizität, spielt lange am Gaumen, Spass im Glas, der lange anhält. 89

Gv Rose Grün 2001, 13,5%, dicht und cremig, typische Löss-Bombe, allerdings ist noch der Alkohol spürbar, der sich aber einbinden wird, im Abgang bleibt viel Frucht stehen. 89

Fritz Salomon, GV Brunnberg 2001, 12,5%, In der Nase Aromen von Fenchel und Pfeffer, am Gaumen gelbe Früchte und ein zartbitterer Abgang. 83

GV Maulbeerpark 2001, 12,5%, deutliche Fruchtnase, am Gaumen dominiert die Süsse, insgesamt leider unharmonisch, glaube nicht,dass sich das einbindet. 79

Den Abschluss bildete ein Menü von Eva Salomon vom Gut Oberstockstall, wo die Veranstaltung auch stattfand. Hier zeigte die grandiose Köchin wieder einmal eindrucksvoll, wieviel Spass es machen kann bei ihr zu dinieren. Respekt.

© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 11:45:36

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