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1712. Das Werden eines Landes.

Kultur und Wein aus Liechtenstein. Ein Bericht von Pia A. Bauer.

Über Liechtenstein ist ja so manches bekannt – wohl aber kaum, dass es in dem kleinen Fürstentum neben einer prächtigen Hofkellerei auch 178 Weinbauern gibt. Anlässlich der Ausstellung „1712 – Das Werden eines Landes“ entstand die Cuvée Sonderedition 1712.

1712. Das Werden eines Landes.
Weinlese in den steilen Lagen.
Weblinks


Doch nicht nur dieser Wein ist einen Besuch des kleinen Landes im „Wilden Westen“ wert: Das Sortiment der Fürstlichen Domäne Vaduz umfasst Federweiss-, Rosé- und Lagenrotweine. Diese Spezialitäten sind aus den Traubensorten Pinot Noir und Chardonnay gekeltert. Die Trester werden dann einzeln gebrannt. Nach der entsprechenden Lagerung erreichen die Vaduzer Marc schließlich ihren speziellen Ausdruck.

Im „Sortengarten“ wachsen derzeit etwa 40 verschiedene europäische Rebsorten – der starke Einfluss des Föhnklimas trägt wesentlich dazu bei, dass hier ausgezeichnete Weiss-, Rosé- und Rotweine reifen.

Die fürstliche Domäne Wilfersdorf im Weinviertel Österreichs wiederum setzt hauptsächlich auf Rheinriesling, Grünen Veltliner, Zweigelt und Merlot. Im markanten, von pannonischen Einflüssen geprägten Klima mit sehr warmen, trockenen Sommern und kühlen Nächten entwickeln sich hier Qualitäten, die nur unter den besten des Weinbaus zu finden sind.

Tradition und modernste Technik.

Tradition und modernste Technik.
Die Sondercuvée.


Die Hofkellerei legt hohen Wert auf umweltbewusste Abläufe, deshalb betreibt sie die Pflege des fürstlichen Weinguts streng nach den Richtilinien der „Integrierten Produktion“. Die Pflegearbeiten an den einzelnen Rebstöcken, wie Rebschnitt, Ausdünnung und Ertragsregulierung richten sich nach der jeweiligen Sorte, Bodenbeschaffenheit und dem Mikroklima. Die (Hand-)Lesetermine werden so festgelegt, dass ausschließlich beste Trauben zur Vinifizierung und Reifung in die Edelstahltanks der Hofkellerei gelangt. Besondere Qualitäten reifen zusätzlich in Barrique-Fässern heran.

Der Vertrieb erfolgt zum größten Teil direkt von den Weingütern, weitere Abnehmer sind die Gastronomie und der Fachhandel. Exportiert wird in die Schweiz, nach Deutschland, in die USA und nach Japan.

Hobby-Weinbauern.

Hobby-Weinbauern.
Ein Weingarten der fürstlichen Domäne.


Der Weinbau wird in Liechtenstein seit über tausend Jahren gepflegt. Und noch weit in das letzte Jahrhundert hinein waren die im Tal gelegenen Dörfer stark von der Kultur des Weins geprägt. Die zeitgenössischen Liechtensteiner Nebenerwerbs-Weinbauern betreiben ihr Geschäft aus reiner Lust und Freude am Reben-Hobby. Würden sie ihre Gründe verpachten oder verkaufen, könnten sie mit Sicherheit höhere Erlöse lukrieren.

Denn dass Liechtenstein als Weinland noch nicht so sehr ins Bewusstsein der Connaisseure gedrungen ist, mag daran liegen, dass die Liechtensteiner ihre Erzeugnisse sehr schätzen und am liebsten selber trinken. So muss man sich schon vor Ort begeben, um mit köstlichen Entdeckungen belohnt zu werden.

Im Nebenerwerb bebaut werden rund 28 Hektar des 160 km² großen Kleinstaates. Beim alljährlich im Herbst stattfindenden Weinfest in Vaduz laden auch die Hobby-Weinbauern zu Degustationen und Führungen ein.

Genuss und Kultur verbinden.

Genuss und Kultur verbinden.
Der Sonnenhof.


Wo edle Tropfen wachsen, wird in der Regel auch gut gekocht. Somit ist das kleine Land zwischen Rhein und Rätikon auch ein viel versprechendes Gebiet für Liebhaber des gehobenen Genusses. Die kulinarische Bandbreite reicht von erlesenen Gourmet-Menüs in hochdekorierten Restaurants bis zu traditionellen Gerichten in „urichen Beizen“ (Kneipen, Beiseln) und Alphütten. Die verfeinerte und höchst delikate Seite des Genuss-Spektrums repräsentieren die jeweils mit einem Michelin-Stern und Gault-Millau-Hauben ausgezeichneten Küchen des Panorama-Restaurants des Hotels Sonnenhof www.sonnenhof.li in Vaduz und des Restaurants Schatzmann in Triesen www.schatzmann.li sowie die Restaurants Residence www.residence.li und Torkel www.torkel.li – welches sich direkt inmitten der fürstlichen Weinberge befindet. Wunderbare Aussichten und köstliche Weine sind die perfekten Begleiter zum ausgezeichneten Speisenangebot.

Die Ausstellung.

Die Ausstellung.
Das Schloss.


Neben Gaumenfreuden wartet Liechtenstein aber auch mit zahlreichen interessanten Museen, Ausstellungen und Sonderschauen auf: Die Ausstellung „1712 – Das Werden eines Landes“ in Vaduz www.landesmuseum.li ist z.b. noch bis 14. Oktober 2012 ein hervorragender Anreiz, lukullisches Genießen mit Kultur zu verbinden:

Die Präsentation führt durch die bewegte Geschichte dieses kleinen Staates, dessen Historie durch das Fürstenhaus Liechtenstein seit Jahrhunderten eng mit Wien verbunden ist. Das barocke Leben des höfischen und bürgerlichen Alltags wird nicht nur durch zum Teil noch nie gezeigte Exponate präsentiert – das Ambiente der Ära zwischen 1690 und 1720 wird auch durch akustische Untermalungen und eigens für die Ausstellung nachentworfene Düfte erlebbar gemacht. Besucher erhalten zudem anschauliche Einblicke in Architektur, Kunst, Musik und Wissenchaften, aber auch in die damals überall tobenden Kriege und Unruhen.

Naturfreunde finden bei einem Aufenthalt hier sowohl hochalpine als auch sanfte Wanderrouten quer durch das kleine Land. Spannende Themenwege oder privat geführte Adler-Erlebnispfade machen das Wandern zum Abenteuer.

Zahlen und Fakten zur Cuvée 1712 Sonderedition.

Zahlen und Fakten zur Cuvée 1712 Sonderedition.
Jahrgang: 2011
Reblage: Vaduz – Fürstentum Liechtenstein
Traubensorten: Chardonnay Herawingert AOC,
Pinot Noir Federweiss AOC
Erzeugerabfüllung: 28. Februar 2012
Alkoholgehalt: 12,4% Vol.
Trinktemperatur: 10° C
Trinkreife: 2012-2015
Preis: 25,- SFR
Auflage: 600 Flaschen
Önologe: Geri Büchel
© by Helmut Knall
last modified: 2012-08-09 22:49:08

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