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Brunello 99

Der 99er Brunello wird gut!

Zum Abschluss des ”Benvenuto Brunello”, einer Veranstaltung des Brunello-Konsortiums wurde der ”Neue” offiziell mit vier Sternen und damit als sehr guter Jahrgang klassifiziert. Viele Experten schätzen ihn allerdings höher ein.



Erstmals kontte die internationale Fachpresse das Urteil der 18köpfigen Önologen-Jury überprüfen. Bei einer offenen Verkostung von 42 Fassproben namhafter Erzeuger war das Ende Februar ein schwieriges Unterfangen, da viele der Weine ihre malolaktische Gärung noch nicht hinter sich hatten und auch sonst alle Unarten früher Fassmuster zeigten.

Immerhin sind angesichts der Farbtiefe, der teilweise sehr dichten Struktur und der Konzentration in Frucht und Alkohol positive Zweifel erlaubt, was die Bewertung des Jahrgangs betrifft. In seiner Spitze ist er sicher eher fünf als vier Sterne wert, vor allem, wenn man ihn mit dem 95er vergleicht, der (wenn auch nicht unumstritten) als Fünf-Sterne-Jahrgang gilt. Teilweise bestätigten die Erzeuger in Gesprächen auch, dass ihre 99er teilweise weitaus bessere Analysedaten aufweisen, teilweise sogar noch besser als beim 97er, der nun wirklich zu den grössten Jahrgängen des Jahrhunderts zählt.

Hier die 99er-Favoriten von degustation.de: Centolani (Friggiali), Ciacci Piccolomini d’Arragona, Corte Pavone, Donatella Cinelli Colombini, Mocali, Salicutti, Siro Pacenti und Vasco Sassetti. Die vorläufigen Noten für diese Weine liegen zwischen 90 bis 94 Punkten. Eine erste Momentaufnahme, die im kommenden Jahr überprüft werden muss um eine grössere Gewissheit zu bekommen.

Das Brunello-Konsortium gab auch seine wirtschaftlichen Daten für das Jahr 1999 bekanntgegeben. Die 200 Mitgliedsbetriebe bewirtschafteten demnach 2.500 Hektar Rebfläche und erzeugten darauf insgesamt 11 Millionen Flaschen mit einem Wert von etwa 200 Milliarden Lire; 62% des Weins wurde ins Ausland verkauft (vor allem nach Deutschland, die U.SA. und in die Schweiz). Laut einer Studie der Mailänder Universität "Bocconi" ist die Qualitätsmarke "Montalcino" heute 500 Milliarden Lire wert.

Die Menge des 1999 produzierten Weins liegt im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Der Winter 98/99 war sehr kalt aber es gab weniger Niederschläge als normal. Im Frühjahr hat es im Vergleich zu anderen Jahren ebenfalls wenig geregnet und besonders im Mai und Juni hat man hohe, über dem Durchschnitt liegende Temperaturen registriert. Im Hochsommer (Juli und August) lagen die Temperaturen etwa im langjährigen Schnitt aber auch wieder bei geringen Niederschlägen. Ende August haben einige Regenfälle den idealen Wasserhaushalt wieder hergestellt. Im September war das Wetter dann wieder sehr schön und überdurchschnittlich warm. Wenig und nur isolierte Niederschläge am 15. Und 20. September. Erst ab der 2. Oktoberhälfte setzten die herbstlichen Regenfälle ein.

Die Reben haben in der dritten Aprildekade mit leichter Verspätung getrieben: normalerweise treiben die Reben Ende der zweiten Dekade. Die hohen Temperaturen haben das Wachstum beschleunigt und die Reben blühten schon in der dritten Maidekade statt wie normal in der ersten Junidekade. Auch die danach folgende Fruchtentwicklung erwies sich als problemlos. Im Juli und August haben die Reben trotz wenig Regen nicht unter Stress wegen Wassermangels gelitten, und die Regenfälle Ende August haben einen gesunden Einfluss auf das Wachstum der Trauben und auf den Zuckeraufbau ausgeübt. Im September war das Wetter besonders sonnig. Da sich die Reben auch im Juli und August weiter entwickelt haben, war die Reifung der Trauben anfangs September schon weit fortgeschritten. Schon Ende der ersten Dekade hat man im Süden des Gebiets mit der Lese der Sangiovesetrauben begonnen, und ab Mitte September hatten die Trauben ihre Reife praktisch erreicht. In der dritten Dekade haben auch die am höchsten gelegenen Produzenten mit der Weinlese begonnen. Ende September war schon 80 % der Trauben im Keller und nur wenige Betriebe waren in den ersten zehn Oktobertagen noch am Pflücken. [hk]
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 14:04:14

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