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Chianti Classico 1999

Endlich wieder ein Super-Jahrgang in der DOCG Chianti Classico

Das Consorzio del Marchio Storico Chianti Classico eröffnete heute mit einer Präsentation des Jahrgangs 1999 den Reigen der Veranstaltungen der ”Anteprima 2000”.



In diesem mehrtägigen Probenmarathon werden der internationalen Presse jeweils im Februar die neuen Jahrgänge der drei wichtigsten DOCG der Toskana Chianti Classico, Vino Nobile di Montepulciano und Brunello di Montalcino vorgestellt.

Das Chianti Classico Gebiet umfasst derzeit 8.500 Hektar Rebfläche. Die 572 Mitgliedsbetriebe des Consorzio produzierten im vergangenen Jahr 244.881 hl, also ca. 81 Prozent der Gesamtproduktion des Chianti Classico. 157.511 Liter (20.978.000 Flaschen) wurden mit dem Gütesiegel des Schwarzen Hahn ausgezeichnet, davon rund 17 % als Riservaqualität.

Erstmals war es in diesem Jahr den Experten möglich, 16 Fassmuster namhafter Güter offen zu verkosten. Dabei hinterließen vor allem Casa Sola, Castello di Verrazzano, Rocca di Montegrossi (Frescobaldi), Villa Cafaggio und die Fattoria Le Fonti einen besonders starken Eindruck. Die besten Weine erreichten Bewertungen von 89 bis 94 Punkten auf der 100-Punkte-Skala.

Der 99er Jahrgang überzeugte bei dieser allerersten Verkostung mit Konzentration in Farbe und Extrakten, teilweise sehr hohen Alkoholwerten und markanter Säure. Ein ausdrucksvoller Jahrgang, der vermutlich zu den besten der 90er Jahre zählen wird. Die Arbeit des Konsortiums im Rahmen des Projektes "Chianti 2000" scheint sich allmählich auszuzahlen. Der Chianti, der sich seit Jahren in einer Identitätskrise befindet, ist wieder im Kommen: Kräftiger und alkoholreicher als bisher und auch eindeutiger im Charakter. Wobei sich drei Stile herausbilden: Üppige, an der Neuen Welt orientierte, Weine mit mächtigem Barriqueeinsatz (z.B. Villa Cafaggio), Weine mit einer fast schon französisch anmutenden Eleganz (z.B. Riseccoli) und eher strenge Weine mit einer deutlich terroirbetonten Note (z.B. Castello di Verrazzano). Ein interessante Entwicklung, die man in den kommenden Jahren im Auge behalten muss.

Seit 1995 ist das Gebiet des Chianti Classico mit einer Reihe von Weinlesen gesegnet, die - wenn auch mit voneinander unterschliedlichen Eigenschaften - alle sehr erfolgreich waren. Die Weine unterschieden sich von denen der 70er und 80er Jahre vor allem durch einen deutlich angestiegenen Alkoholgehalt. Dabei macht auch die Weinlese 1999 keine Ausnahme. Einem Winter mit ziemlich gleichmässigen Temperaturen (Januar und Februar ohne größere Frostperioden) folgte ein milder März. April und Mai waren dann ziemlich verregnet und wiesen häufig Temperaturen auf, die unter dem für diese Jahreszeit üblichen Durchschnitt lagen. Gegen Ende Mai stiegen die Temperaturen dann plötzlich an, wodurch eine schnelle und starke Entwicklung der Pflanzen gewährleistet war. In den Monaten Juni, Juli und teilweise auch August konnten hohe Temperaturen verzeichnet werden. Im August und September wechselten einander sehr warme Tage mit kurzen Perioden kühlerer und feuchterer Tage ab.

Insgesamt war der Sommer heiß und relativ trocken, trotzdem gab es einige kurze Niederschläge, die für eine optimale Entwicklung und für eine gleichmäßige und ausgewogene Reife der Weintrauben unentbehrlich sind. Ende September und Anfang Oktober kam es dann zu einigen Regenfällen. Diese hatten aber aufgrund der den Weinbergen von den meisten Weinerzeugern gewidmeten, größeren Aufmerksamkeit absolut keinen Einfluss auf Qualität und Gesundheit der Weintrauben. Sie konnten auf diese Weise unter optimalen Verhältnissen geerntet werden. Dank des ausgezeichneten Wetterverlaufs konnte die Lese der Sangiovese-Weintrauben 1999 etwas früher als sonst beginnen - in einigen Gegenden nämlich bereits um den 22. und 23. September - und war spätestens bis zum 15. Oktober abgeschlossen. Eine ziemlich einheitliche Weinlese also, die alle zufrieden stellte und auch eine weitere Produktionssteigerung von ca. 5 bis 6 % auf ca. 300.000 hl ausmacht. [hk]
© by Helmut Knall
last modified: 2007-07-18 14:03:32

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